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Schriftenreihe "Leitfaden Mobilität und Verkehr" Band 1:
Empfehlungen zur Mobilitätssicherung älterer Menschen im Straßenraum
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Schriftenreihe "Mobilität und Alter" Band 4 : Erleben, Verhalten und Sicherheit älterer Menschen im Straßenverkehr -
Eine qualitative und quantitative Untersuchung (MOBIAL) |
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Schriftenreihe Mobilität und Alter
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Download Band4 Erleben, Verhalten und Sicherheit älterer Menschen im Straßenverkehr - Eine qualitative und quantitative Untersuchung (MOBIAL) |
Schriftenreihe Forschungsergebnisse für die Praxis
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Schriftenreihe Leitfaden
Alter und Mobilität
Zu den geförderten wissenschaftlichen Projekten
Forschungsansatz der Forschungsstelle
Barbro Rönsch-Hasselhorn (Stand: Januar 2004)Die Mobilität älterer Menschen zu sichern, hat insbesondere in einer alternden Gesellschaft hohe Priorität. Mobilität ist die notwendige Voraussetzung vieler Aktivitäten, die der Sicherung des Lebenserhalts und der sozialen Teilhabe dienen. Für den älteren Menschen ist Mobilität eine zentrale Voraussetzung dafür, ein selbständiges Leben aufrecht zu erhalten. Die Erhaltung und Förderung von Mobilität ist somit ein hochrangiges individuelles und politisches Ziel. Die Verbesserung der Verkehrssicherheit älterer Menschen stellt dabei ein Teilziel dar.
In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Forschungsprojekte durchgeführt, die das Mobilitätsverhalten älterer Menschen beschreiben, ihre Mobilitätszufriedenheit ermitteln sowie Mobilitätshindernisse erfassen . Aus den Ergebnissen werden Schlussfolgerungen für die Praxis abgeleitet und Maßnahmenvorschläge formuliert, die den beiden Zielen dienen. Theoretische und empirische Grundlagen für altersgerechte Mobilitätskonzepte und -angebote sind also vorhanden. Die praktische Umsetzung der Maßnahmen erfolgt bisher hingegen erst vereinzelt.
„Alter und Mobilität“ ist das aktuelle Schwerpunktthema der Forschungsstelle Mensch-Verkehr der Eugen-Otto-Butz-Stiftung am Institut ASER. Um der Aufgabe der Verkehrsstiftung gerecht werden zu können, wissenschaftliche Erkenntnis zu fördern, an Interessenten zu transferieren und zu Verbesserungen in der Praxis beizutragen, ist es notwendig, den Objektbereich näher zu definieren und eine Systematik zu entwickeln, die es ermöglicht, den gegebenen Wissens- und Diskussionsstand zum Thema zu ordnen und ergänzende Fragestellungen abzuleiten. Ausgangspunkt sind dabei die zentralen Begriffe des Schwerpunktthemas.
„Alter“, verstanden als Lebensphase, ist der Bezugspunkt der Betrachtung. Die primäre Zielgruppe für Aktivitäten sind Menschen in dieser Lebensphase, in der Literatur häufig 65+ genannt. „Alter“ läßt sich jedoch statisch nicht erfassen. „Altern“ ist ein mehrdimensionaler Prozess der Veränderung, der neben biologischen auch psychische und soziale Merkmale betrifft (Engeln, A.; Schlag, B., 2001, 26) . Die individuellen Alternsprozesse verlaufen in Bezug auf diese Merkmale verschieden (inter-individuelle Differenzen). Darüber hinaus entwickeln sich einzelne Merkmale innerhalb des individuellen Alternsprozesses unterschiedlich (intra-individuelle Differenzen).
Bei der Bestimmung der Zielgruppe „ältere und alte Menschen“ ist es deshalb notwendig, eine geeignete Differenzierung zu finden, die einerseits der Heterogenität der Gruppe gerecht wird und andererseits analytisch sinnvoll und methodisch verwendbar ist. Philipp-Metzen (2001, 27) stellt heraus, dass ältere Menschen heute jünger und vitaler erscheinen als in früheren Zeiten, während sich gleichzeitig einige Altersgrenzen nach vorne verschieben. Diese „Verjüngung des Alters“ (Tews, 1996, zit. nach Philipp-Metzen, 2001) zeigt sich z. B. darin, dass im Erwerbsbereich bereits 40 bis 45jährige als „ältere Arbeitnehmer“ bezeichnet werden. Verwendet man das 65. Lebensjahr als Altersgrenze für ältere Menschen, wird damit eine breite Altersspanne festgelegt. Im Durchschnitt leben Frauen nach Erreichen des 65. Lebensjahres noch 18,6 Jahre, Männer noch 14,8 Jahre.
Mit der Frage, welche Faktoren für den Verlauf von Alternsprozessen relevant sind oder ihn sogar konstituieren, rückt „Mobilität“ in den Blickpunkt. Mobilität, Beweglichkeit, wird hier als räumliche Mobilität verstanden, die als Fortbewegung erkennbar ist. Fortbewegungen sind Positionsänderungen einer Person in Bezug auf das Umfeld, das sie umgibt. Sie können durch materielle oder soziale Barrieren wie Zugangsregeln behindert werden (Kruse; Graumann, 1978, zit. nach Flade, 1994) . Im Mittelpunkt unseres Interesses stehen das individuelle Mobilitätsverhalten, individuelle Mobilitätswünsche und -ziele sowie -hindernisse.
Mobilität wird häufig in Bezug auf einen Aktionsraum beschrieben und nach häuslicher und außerhäuslicher Mobilität unterschieden. Außerhäusliche Mobilität ist in der Regel zirkulär, ein Ort wird zeitweise verlassen und danach wieder aufgesucht (Schmitz, B., 1994, 103) . Bei älteren Menschen vollzieht sich ein Großteil der Mobilität im eigenen Wohnbereich. Fast 95% der über 65jährigen Menschen leben in ihren privaten Wohnungen. Der Anteil der Tageszeit, den sie dort verbringen, steigt mit zunehmendem Alter (Oswald, F., 2000, 209) . Die außerhäusliche Mobilität hat jedoch bei älteren Menschen einen hohen Stellenwert. Darauf weisen z.B. die Ergebnisse des Forschungsprojekts Anbindung hin (Engeln; Schlag, 2001, 159f) . Bei der realisierten außerhäuslichen Mobilität älterer Menschen zeigen sich große individuelle Unterschiede, die mit personalen Faktoren wie der biographischen Erfahrung, körperlichen Verfassung, Bildung, dem Einkommen, PKW-Besitz und Lebensstil und strukturellen Faktoren und Ressourcen wie sozialen Netzwerken und institutionellen Rahmenbedingungen zusammenhängen. Dabei ist noch weitgehend offen, welche Bedingungen sich unter welchen Voraussetzungen in welcher Weise auswirken (Mollenkopf, Oswald, Wahl, 1999, 234) .
In Bezug auf den Umweltbegriff greifen wir den Vorschlag von Mollenkopf et al. auf, den Begriff „Umwelt“ auf die alltäglichen Umwelten zu beziehen, in denen alte Menschen sich bewegen. Dabei spielen sowohl materiell-räumliche als auch soziale Umweltbedingungen, objektive Gegebenheiten und ihre subjektive Wahrnehmung und Nutzung eine Rolle.
Mit der Präzisierung des Objektbereichs entstand eine Systematik der seit 1995 in Deutschland und ausgewählten EU- Ländern durchgeführten Forschungsprojekte zum Schwerpunktthema. In Bezug auf den Bereich Straßenverkehr und Kfz-Nutzung zeigte der darin dokumentierte Stand der wissenschaftlichen Arbeiten zwei Aspekte, die für unsere Arbeit wichtig erscheinen: Das in Europa kontrovers diskutierte Thema der Überprüfung der Fahrfähigkeit und Fahrerlaubnis im Alter wird mit dem EU-Projekt Agile lösungsbezogen umfassend behandelt. Die Rahmenbedingungen des Autofahrens, die sich aus der Gestaltung des Straßenraumes ergeben, wurden demgegenüber bisher kaum systematisch im Zusammenhang mit den Präferenzen älterer Straßenverkehrsteilnehmer untersucht. Aus dieser Feststellung leitet sich ein aktueller Arbeitsschwerpunkt ab.
Literatur
| Engeln, A.; Schlag, B. (2001): | |
| Anbindung: Abschlussbericht zum Forschungsprojekt „Anforderungen Älterer an eine benutzergerechte Vernetzung individueller und gemeinschaftlich genutzter Verkehrsmittel“, Hrsg.: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Stuttgart: Kohlhammer. | |
| Flade, A. (1994): | |
| Mobilitätsverhalten – Einführung. In: Flade, A.; Kalwitzki, K. (Hrsg.): Mobilitätsverhalten – Bedingungen und Veränderungsmöglichkeiten aus umweltpsychologischer Sicht, Weinheim: Beltz, 3-13. | |
| Mollenkopf, H.; Oswald, F.; Wahl, H. (1999): | |
| Alte Menschen in ihrer Umwelt: „Drinnen“ und „Draußen“ heute und morgen. In: Wahl, H.; Mollenkopf, H.; Oswald, F. (Hrsg.): Alte Menschen in ihrer Umwelt, Opladen/ Wiesbaden: Westdeutscher Verlag, 219-238. | |
| Oswald, F. (2000): | |
| Wohnen und Wohnanpassung in Privathaushalten. In; Wahl, H., Tesch-Römer, C. (Hrsg.): Angewandte Gerontologie in Schlüsselbegriffen. Stuttgart: Kohlhammer, 209-215. | |
| Philipp-Metzen, H. (2001): | |
| Perspektiven älterer Autofahrer im Kontext von ökologischer und angewandter Gerontologie. Diplomarbeit am Institut für Interdisziplinäre Gerontologie, Hochschule Vechta. (WWW-Dokument) Verfügbar unter http://www.aeltere-autofahrer.de/ (01.09.2003) | |
| Schmitz, B. (1994): | |
| Mobilitätsmotive: Warum ist der Mensch mobil? In: Flade, A.; Kalwitzki, K. (Hrsg.): Mobilitätsverhalten – Bedingungen und Veränderungsmöglichkeiten aus umweltpsychologischer Sicht. Weinheim: Beltz, 103-112. | |